Mein letzter Urlaub ist schon etwas länger her, seit einem Jahr studiere ich jetzt und natürlich ist da das Geld knapp. Neben Studiengebühren, Miete und Lebensunterhaltungskosten wird gespart wo es nur geht. Ein Urlaub ist da eigentlich nicht drin. Hin und wieder benötigt man aber trotzdem einen Tapetenwechsel, meistens reichen hier auch nur ein oder zwei Nächte um Abstand zum heimischen Stress zu gewinnen. Wahrscheinlich hätte es durchaus einen besseren Zeitpunkt für einen Mailand-Trip gegeben, als eingebettet zwischen 3 Klausuren und 2 Präsentationen. Aber zum Abstand nehmen hat es durchaus gereicht. Daher kann ich euch Mailand für einen spontanen City-Trip mit Freundinnen nur empfehlen. Für den ganzen Trip haben wir insgesamt 102€ ausgegeben, Shopping ist in diesem Preis natürlich nicht inkludiert.

An- & Abreise

Der Grund, dass unsere Wahl auf Mailand fiel, war hauptsächlich der unschlagbare Preis den Ryanair angeboten hat. Für 9,99€ sind wir von dem Flughafen Köln/Bonn nach Mailand-Bergamo geflogen. Ebenso günstig war auch der Rückflug für uns. Der Flughafen Mailand-Bergamo liegt circa 60 Minuten außerhalb der Innenstadt. Bei der örtlichen Businformation im Flughafen könnt Ihr euch für 9,00€ einen Shuttlebus buchen – Achtung! In diesen 9€ ist die Hin- & Rückfahrt inbegriffen.
Innerhalb Mailands könnt ihr übrigens super günstig mit allen Nahverkehrsmittel fahren. Für 4,50€ (Tagesticket) oder 8,00€ (48h-Ticket) könnt ihr hier fahren. Die Tickets können an fast jedem Kiosk oder Bahnhof gekauft werden – in Bus oder Bahn kann leider kein Ticket gelöst werden! Leider haben wir das viel zu spät bemerkt und waren so ein paar Stationen auf Italiens Kosten unterwegs. Upsi..
Für 36,98€ sind wir demnach schonmal in der Innenstadt gelandet und haben es zurück zum heimischen Flughafen in Bonn geschafft und sind in Italien 2 Tage rumgecruised.

Leben & Wohnen in Mailand

Eine Unterkunft haben wir über Airbnb gebucht. Hier haben wir pro Person und Nacht 22,00€ gezahlt und dafür ein wunderschönes Apartment erhalten. Die Übernachtung hier war wirklich Klasse und sogar das Frühstück war im Preis inbegriffen. Unser Vermieter Giorgio hat uns bereits bei Ankunft mit Insidertipps versorgt. Das Schöne an fremden Städten ist manchmal nicht unbedingt das erkunden aus Touristenblick – wir haben direkte italienische Informationen und Tipps erhalten und so Mailand nochmal von einer ganz anderen Seite kennengelernt.
Die Italiener an sich waren unglaublich nett und zuvorkommend. Egal wo wir rumgeirrt sind, immer hat uns jemand seine Hilfe angeboten oder eine nette Unterhaltung mit uns geführt. Eine Italienerin hat uns kurzerhand selbst bis zur Bahn begleitet und ein Anderer abends das Geschäft nochmal aufgeschlossen, damit wir ihn nach dem Weg fragen konnten. Ich hatte ja immer schon eine kleine Schwäche für die herzlichen aber temperamentvollen Italiener, spätestens seitdem ich als Einzige Deutsche 3 Jahre in einem italienischen Restaurant nur mit Italienern gearbeitet hatte, habe ich nicht nur die italienische Küche sondern auch die Kultur und deren Anwohner lieben gelernt. Italien gehört seit meinem ersten Besuch des Landes definitiv zu meinen Lieblingsländern.
Mit meinen wenigen Brocken italienisch konnte ich vor Ort nichtmal den Linienfahrplan der Busse lesen und mein Spanisch konnte ich hier sogar mehr gebrauchen als mein Englisch. Im ersten Moment war ich schon etwas geschockt und überfordert, dass einige Gesprächspartner nur Italienisch und Spanisch sprechen. Nachdem ich erst 15 Monate Spanisch lerne war das natürlich nicht meine erste Wahl, aber stemmbar.

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Sightseeing

Must-seen war für uns natürlich der Mailänder Dom. Dieser befindet sich direkt an der Haltestelle Duomo und ist ziemlich der zentrale Ausgangspukt für alles in Mailand. Hier findet ihr Anschluss zu fast allen Linien und auch die Shopping Area mit Zara, The North face, foot locker, Ambercomie oder Victorias Secrest’s befindet sich nicht weit vom Dom entfernt. Außerdem gibt es hier eine Vielzahl von überteuerten Cafés und Restaurants. Meine Essens-Empfehlungen findet ihr aber in der Rubrik Essen & Trinken.
Direkt vis-a-vis zum Dom findet ihr die Galleria Vittorio Emanuele II. sie verbindet den Domplatz mit der Piazza della Scala. Die Galleria Vittorio Emanuele II ist eine Ladenpassage und eine luxuriöse Arkade. Selbst wer kein Geld für Prada, Armani, Versace, Gucci und Louis Vuitton über hat, sollte sich einfach nur die Einkaufspassage ansehen. Wer gerne richtig gut shoppen gehen will sollte dem Szenebezirk Naviglio besuchen (Genauer gesagt die Corso di porta Ticinese, Haltestelle Plaza Ventiquattro Maggio). Hier warten richtig coole Geschäfte wie Cheap Monday, Vans, Carhatt sowie verschiedene kleine Boutiquen.
In der Santa Maria delle Grazie Kirche ist außerdem Leonardo da Vincis “Das letzte Abendmal” in dem Speisesaal des Klosters zu begutachten. Sollte ich nochmal nach Mailand kommen, wird dieses Bild unbedingt angeschaut – leider waren wir zu spät und hatten keine Tickets reserviert, so wäre uns nur möglich gewesen das Gemälde in abgehangenem Zustand zu sehen. In der Kirche an sich fand jedoch ein italienischer Trauergottesdienst statt, den wir kurzfristig von außen beobachtet haben. Draußen vor der Kirche wurden während des ganzen Gottesdienstes Filmklassiker (wie you raise me up oder Halleluja von Jeff Buckley) auf Geige vorgespielt – richtiger Gänsehautmoment.
Außerdem haben wir das Castello Sforzesco, ein Schloss im Nordwesten der Altstadt, besucht.
An der Anlage hat ebenfalls Leonardo da Vinci gearbeitet – für mich Kunstfan Grund genug das Schloss zumindest von Außen zu begutachten.
Natürlich gibt es in Mailand die Möglichkeit alle wichtigen Punkte mit eine Sightseeing Tour zu besuchen. Eine Karte für die Hop-on, hop-off Bustour kostet hier 25,00€, wir haben uns aber dagegen entschieden.
Unseren zweiten Abend haben wir im Szenebezirk Naviglio verbracht. Hier sind die Kanäle von Mailand und außerdem das Nachtleben am aktivsten. Hier befinden sich viele Straßencafés und Tanzbars. Grade Jugendliche saßen fast die ganze Nacht vor der Basilica di Sant’Eustorgio oder dem  Diocesan Museum trinken zusammen ein Bierchen und hängen einfach ab.

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Essen & Trinken

Die beste Pizza habe ich bei Gennari gegessen – und wir hatten jeden Tag Pizza. Auch nie wirklich schlechte aber in diesem Imbiss hat die Pizza echt am Besten geschmeckt. In Italien müsst ihr unbedingt mal Pizza Marinara probieren! Leider hab ich diese noch nie in Deutschland gefunden, aber ich liebe sie seit meinem ersten Italienbesuch! Die Pizza ist übrigens mit Tomatensauce, Knoblauch, Olivenöl und San Marzano Tomaten belegt. Meine Pizza hat hier 4,00€ gekostet mit Getränk, Amuse Bouche sowie Service und Besteckgebühr hat mich mein Abendessen 6€ gekostet – also total in Ordnung für ein Budgetwochenende!
Pizzeria GENNARÌ 
Viale Umbria, 101 
20135 Milano
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Am nächsten Mittag waren wir am Mailänder Dom unterwegs. Für Abends hatten wir einen Besuch in Naviglio geplant, daher hatten wir Mittags nur das Bedürfnis etwas Kleines zu essen um den großen Hunger zu stillen. Gelandet sind wir in der G.B. Bar. Genau 350m vom Mailänder Dom entfernt bekommt man hier Sandwiches jeglicher Art für 5,00€. Ich habe bei weitem noch nicht so ein gutes Tomate-Morzarella Ciabatta gehabt wie hier. Auf die Hand genommen findet sich direkt um der Ecke einen tollen Platz auf Stufen, hier kann man perfekt die Mailänder Mode begutachten!

G.B. Bar
Via Agnello, 18
20121 Milano, Italien
 

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Abends haben wir dann das Aperitivo in Naviglio ausgetestet. Hier trifft sich die Mailänder Jugend zur Happy Hour. Hier kostet jeder Cocktail 10€ – egal welcher. Dazu besteht dann die Möglichkeit so viel man will vom Buffet des Restaurants zu essen. Für uns war gleich am ersten Abend klar – das müssen wir unbedingt mal ausprobieren. Gelandet sind wir im Manhattan. Das Manhatten bietet neben guter Pizza, verschiedene Salate, Käse, Nudelsorten und italienische Salami an. Geschmeckt hat es uns hier wirklich ganz toll. Leider war es durchgängig richtig voll und laut – aber auch ein volles Restaurant spricht ja nur für den Laden. Hier haben wir die Möglichkeit genutzt draußen zu sitzen, dank der Heizstrahler war es auch überhaupt nicht kalt. Leider haben hier doch etwas die Verkäufer genervt die am Rand der Terrasse versucht haben Zigaretten zu verkaufen.

Manhattan Navigli   
Ripa di Porta Ticinese, 13 
20143 Milano, Italien

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