Während verschiedene Beauty Gurus auf Youtube dafür sorgen, dass der NXY Lipgloss in der Farbe Abu Dhabi total gehyped wird und dadurch dauerhaft vergriffen ist, gibt es solche Hypes tatsächlich auch in der Blogsphäre.

Vor ein paar Wochen noch hat jedes Mädchen lautstark über die Pille hergezogen und es entstand quasi eine Anti-hormonelle-Verhütung Sekte. Damals gab es keinen Beitrag von mir zu diesem Thema. Ich kann mir persönlich nämlich nichts langweiligeres für die Menschheit vorstellen, als einen Beitrag über die Art und Weise wie ich verhüte. Während mir also vor einiger Zeit der Satz “Mein Freund und ich verhüten jetzt ganz frei von Hormonen”  auf unendlich vielen Blogs und Youtubekanälen entgegensprang, nehmen derzeit unglaublich viele Blogger Anteil und Bezug zum Thema Slut-Shaming.
“In human sexuality, slut-shaming is a form of social stigma applied to people, especially women and girls, who are perceived to violate traditional expectations for sexual behaviors. Some examples of circumstances where women are “slut-shamed” include violating dress code policies by dressing in perceived sexually provocative ways, requesting access to birth control, having premarital, casual, or promiscuous sex, engaging in prostitution, or when being victim blamed for being raped or otherwise sexually assaulted. – Wikipedia

Slut-Shaming ist gewiss kein Kavaliersdelinkt – heute will jede Frau einmal daten wie ein Mann, zeigen was man hat und kann. Das beinhaltet für die Eine z.B. One Night Stands, für Andere ist es ein einfaches Nummer-zustecken. Jeder setzt hier seine Grenzen selbst aber grundsätzlich werden Frauen hier zur Zielscheibe. Generell stand Feminismus noch nie so kritisch und unumgänglich im Gespräch wie aktuell – quasi wie ein Fels in der Brandung. Wir haben so viele selbstbewusste Frauen, die zufrieden sind mit ihrem Körper, ihrem Job und ihrem Leben. Für niemanden ist mehr das Lebensziel – Mann finden, Heiraten (weil ja soziale- sowie finanzielle Absicherung und so), Haus bauen, Kind bekommen, zusammen alt werden – vorgeschrieben. Vorurteile überlagern sich gerne, das Bild einer Frau hat sich in den letzten Jahren dank Alice Schwarzer und Co um über 180 Grad gewendet. Aber wo hört Feminismus eigentlich auf?

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Der aktuelle Trend führt derzeit zu einer Rechtfertigung von meist weiblichen Bloggern aufgrund freizügigen Outfits, Bildern oder persönlichem, aktivem Datingverhalten, gegenüber wem? Natürlich hauptsächlich und traurigerweise tatsächlich gegenüber Frauen. Fullstop.
Die Zeiten, in denen Männer Frauen als Schlampe, Hure, Nutte oder ähnliches betitelt haben – aufgrund von den in der Definition oben genannten Punkten, ist eigentlich spätestens seit der Pubertät vorbei. Allerhöchstens erlauben sich einige noch solch eine Betitelung wenn sie einen Korb nicht verkraften können – und darüber können wir Frauen hoffentlich ja inzwischen alle stehen.
Heute will jeder ein Girl-boss sein, wir kämpfen für Feminismus, gehen für Gleichberechtigung und Chancengleichheit auf die Straße aber währenddessen beleidigen Frauen andere Frauen als Schlampe, Hure oder Nutte.
Ich möchte diesen Blogbeitrag dazu nutzen um die Männer dieser Welt Mal in Schutz zu nehmen, denn jeder verbindet Slut-Shaming direkt mit dem Senderobjekt Mann und dem Zielobjekt Frau. Dabei sind es quasi Schüsse aus den eigenen Reihen die uns hier meistens in den Rücken treffen. Männer in Schutz zu nehmen, ist wahrlich nicht üblich für mich – grundsätzlich sind sie meiner Meinung nach schon der Ursprung jeglichen Übels.

Die Frage überhaupt ist jedoch warum man sich überhaupt rechtfertigen muss. Das Medium Internet bietet so viel Platz für verschiedene Menschen. Und genau deswegen ist die Auswahl an Bloggern auch unendlich groß. Deswegen – sollte euch solch ein Post, der ein bisschen Haut, ein bisschen Weiblichkeit oder ein bisschen Dating so dermaßen aufregen, nutzt doch einfach das rote X in der Ecke oben rechts. Ich denke jeder weibliche und männliche Blogger akzeptiert eure Entscheidung vollendens.

Unter Bloggern gegenseitig ist es jedoch noch eine Nuance heftiger und irgendwie auch trauriger. Lisa von The L Fashion hat Ende September unter dem Titel “into the Ocean” einen unglaublich tollen Blogpost online gestellt, die Fotos hierbei sind meiner Meinung nach das Nonplusultra – total ästhetisch. Lisa ist übrigens für mich die authentischste und sympathischste Bloggerin meiner Zeit. Wer nur ihren Blog kennt, sollte sie unbedingt mal auf Snapchat auschecken. Während ich dort die meisten Blogger inzwischen wegwische, schaue ich Lisas Snaps bis zum aller Letzten. Umso erschreckender war die Tatsache, dass Lisa sobald der Post online ging, das Bedürfnis hatte sich zu rechtfertigen. Wobei rechtfertigen hier vielleicht auch das falsche Wort ist. Stattdessen hat sie den Kampf und irgendwo auch den Hass zwischen den weiblichen Bloggern angesprochen. Inzwischen publizieren einige Blogger Beiträge, indenen Sie über Ihre weiblichen Kolleginnen aufgrund freizüglichen Bildern herziehen. Und auch wenn das viele nicht mitbekommen haben, ist das tatsächlich die Wahrheit.
Dieses von Oben auf andere Blogger herabschauen habe ich schon auf der letzten Fashion Week begutachten dürfen. Blogs gewinnen heut zu Tage immer mehr an Professionalität. Schade, dass die Blogger da mit ihrer persönlichen Einstellung nicht nachziehen können und nicht in der Lage sind einen gewissen Abstand zu Gegebenheiten und fremden Bloggern zu nehmen. Niemand wird hier gezwungen Dinge zu tun, sich fotografieren zu lassen. Aber wer sich doch dafür entscheidet sollte dafür definitiv nicht Verurteilt werden. Zum Glück sind wir hier ja alle alt genug unsere eigenen Entscheidungen treffen zu dürfen und auch die Konsequenzen abzuwägen.

Zum Ende kann ich mich Lisa nur anschließen: Frauen Körper sind unglaublich schön – also zeigt sie her!

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2 comments

Reply

stimme dir voll zu 🙂

Love,
Pudding Monster

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Gut gebrüllt, Löwe! Besser kann man es gar nicht sagen.
Es sollte uns überlassen sein, wie wir unsere Körper für uns feiern. Solange man anderen nicht mit dem nackten Hintern ins Gesicht springt, ist doch nichts anzügliches an einem Frauenkörper. Wir sind keine Sexobjekte, sondern Personen. Unsere Brüste sind zur Milchproduktion da und nicht um Männer zu reizen. Wenn man kurze Sachen trägt, dann weil einem warm ist. Macht doch alles Sinn. Wenn sich jemand wirklich wie eine Schlampe benimmt, ist das doch ihr persönliches "Problem". Diesen Stempel darf man aber nicht einfach so anderen aufdrücken. Egal ob Mann oder Frau (gibt auch genug männliche Schlampen).
Lasst die Leute ihr Leben leben.

Ganz liebe Grüße!

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