Studentenleben. Von zu Hause ausziehen ist für viele ein riesengroßer Schritt. Jetzt wo das neue Sommersemester beginnt heißt es wieder für viele Erstis Abschied nehmen von Hotelmama, Familie, Haustieren und gewohnten Umfeld. Auch für mich war es dieses Semester Zeit meine Koffer zu packen und Goodbye zu winken. Auch wenn ich jetzt nicht mehr im ersten Semester bin und meine Uni daher schon sehr gut kenne, fiel mir dieser Schritt überhaupt nicht leicht. Genau deswegen gibts heute ein How to – von zu Hause ausziehen – von mir für euch. Mit privaten Tipps und Erfahrungen die ich machen musste und durfte.

Schritt Nr. 1 – finde heraus welche Art von Wohnungs-typ du bist
Mir war ziemlich früh klar, dass ich überhaupt kein Typ für eine eigene Wohnung bin. Alleine wohnen? Lieber nicht, ich war schon immer ein Familienmensch und habe den Kontakt zu Mensch und Tier gebraucht. Alleine in meinen eigenen 4 Wänden wäre ich wahrscheinlich eingegangen. Ganz zu Anfang der Wohnungssuche habe ich mir eine kleine 1,5 Zimmer Wohnung angeschaut aber direkt entschieden das diese Wohnungsart echt nicht mein Ding ist. Mir war daher klar, dass ich gerne irgendwie und irgendwo mit Menschen zusammen wohnen möchte. Dafür gibt es ja wieder einige Alternativen. So bietet meine Uni z.B. Zimmer in Dorms an. Quasi ein Studentenwohnheim. Dort sind quasi ganze Häuserblöcke in 2- bis 4-er WGs aufgeteilt. Nachteil ist hier jedoch, dass die Zimmer alle möbliert sind, hier bleibt daher keinerlei oder nur wenig Platz für eigene Kreativität. Aber genau das brauche ich jedoch um mich “zu Hause” zu fühlen. Ich möchte mein eigenes Bett in meinem Zimmer haben, meinen Schrank und auch meinen Schreibtisch. Außerdem sind die Dormzimmer bei uns maßlos überteuert und dafür echt unterirdisch ausgestattet. Eine WG war für mich daher die optimale Wohnungsart. Hier zu unterscheiden ist jedoch ob man in eine richtige WG ziehen möchte oder nur in eine Zweck-WG und dort so wenig Kontakt wie möglich mit den Mitbewohnern hat. Da eine Kommilitonin aus den Dorms ziehen wollte machten wir uns daher zusammen auf WG suche. Letztenendes fanden wir wirklich eine Traumwohnung mit einem super Schnitt und einem unschlagbaren Preis. In diese WG bin ich jedoch nach einigen Unstimmigkeiten zwischen uns nicht eingezogen. Und das ist mein persönlicher erster Tipp den ich wirklich allen nur ans Herz legen möchte; Wenn ihr vorher schon Unstimmigkeiten miteinander habt dann kann auch das Zusammenleben später echt zur Zerreißprobe werden. Wenn die Mitbewohner vorher bei den kleinsten Problemen schon zicken, dann wird es später wahrscheinlich genauso. Wenn vorher schon keinerlei Selbstständigkeit ohne die Eltern wahrzunehmen ist, dann werden diese Eltern wahrscheinlich mit der Mitbewohnerin einziehen. Zumindest quasi… (und sowohl eure Mitbewohnerin als auch euch entmündigen) Ich habe deswegen im Dezember eine wunderschöne Altbauvilla besichtigt und mich direkt in mein aktuelles Zimmer verliebt. Ich wohne daher jetzt aktuell mit 11 Mitbewohnern zusammen in dieser Villa und fühle mich unendlich wohl hier.

Schritt Nr. 2 – das Umziehen an sich
Ich hab ziemlich früh angefangen meine Kartons zu packen und war daher am Ende auch rechtzeitig fertig und nicht in Zeitverzug. An Umzugskartons kann man übrigens super sparen wenn man diese gebraucht übernimmt (z.B. in Facebook Gruppen der Umgebung nachfragen). Den Umzug an sich haben meine Eltern mit mir zusammen gemacht, insgesamt 1 Wochen haben wir uns dafür zeit genommen. Da ich in ein kleines Dort gezogen bin, habe ich dort vor dem Semesterstart sowieso nicht viel verpasst und da ich einige Termin in Köln und Düsseldorf in der Woche wahrnehmen musste schaffte ich es nicht mehr als 3 Stunden täglich in meinen Umzug zu investieren. Pünktlich zum Semesterstart hab ich es jedoch in die 12er WG geschafft und meine Mitbewohner kennengelernt. Um ehrlich zu sein verlangt so ein Umzug schon einiges an Kräften und ich bin echt froh es jetzt hinter mir zu haben und mich in meinen eigenen 4 Wänden ausruhen zu können. Viele Studenten haben übrigens die Möglichkeit ihren Wohnsitz in der Studienstadt als Zweitwohnsitz anmelden zu können. In Deutschland muss man sich nämlich innerhalb von 2 Wochen ummelden, sonst können hohe Strafsummen auf einen zukommen. Wenn man jedoch die Möglichkeit hat jedes Wochenende die Heimatstadt zu besuchen, dann zählt die Studienstadt als Zweitwohnsitz. Hier erheben einige Städte jedoch Zweitwohnsitzsteuern. Meine jedoch nicht und so war es für mich die günstigste Alternative da ich sonst mein Auto hätte ummelden müsste und dadurch wieder Kosten durch Ummeldung und neue Nummernschilder etc. entstanden wären.

Schritt 3 – Abschiednehmen von den Lieben “zu Hause”
Wie oben schon genannt war ich immer ein Familienmensch und ein totales Mama-kind. Deswegen war auch ziemlich klar das Schritt 3 der schwerste für mich werden würde. Ich habe ja eine Zwillingsschwester und auch die letzten 2 Jahre mit ihr zusammen in einer WG gewohnt, meine Eltern waren jedoch nicht weit und auch meine große Schwester hat noch auf der selben Straße gewohnt. Außerdem habe ich ja 2 Chihuahuas die ich leider nicht mit in die Villa nehmen darf, da wir dort Allergiker haben. Grade je näher der Umzugstermin kam desto nervöser wurde ich dann auch. So war ich am Ende dann doch ziemlich traurig meine Familie zu verlassen. Erstrecht meine Hunde! Das bricht mir ehrlich gesagt noch immer Nacht für Nacht mein Herz, dass die zwei kleinen Ratten nicht um mich herum laufen und mir den Platz im Bett klauen. Aber irgendwann kommt für jeden der Punkt und der ist auch richtig und wichtig um selbstständig zu werden. Auch für meine Eltern war es nicht einfach das ich, als jüngste und kleinste Tochter, am weitesten von allen Kindern weg wohne. Grade mein Papa hat in der ersten Woche jeden Abend angerufen und gefragt wie es mir geht, was ich mache und ob ich auch genug gegessen habe. Zum Wochenende bin ich dann auch direkt nach Hause gefahren, was mein Papa selber garnicht erwarten konnte. Zwei Mal hat er nachgefragt wann ich denn endlich komme und sogar extra gekocht. Selbst jetzt, wo ich quasi erst ausgezogen bin, hat sich unser Verhältnis total verbessert.

Schritt 4 – das Zusammenleben mit “Fremden”
Ich wohne ja nun mit 11 Mitbewohnern zusammen. 10 davon sind männlich und mit mir sind 2 Frauen in der Villa zu Hause. Auf meiner Etage wohnen mit mir noch 5 Jungs und wir teilen uns zu 12 insgesamt 4 Badezimmer und 2 Küchen. Auch wenn das im Ersten Moment einen Schock auslöst funktioniert das echt (überraschend) gut. Ein Badezimmer habe ich fast für mich alleine. In der Küche putze ich zwar oft den Jungs hinterher aber da ich selber ja ein kleiner Putzteufel bin macht mir das kaum was aus. Party geht bei uns viel, jedoch wird auch Rücksicht auf andere genommen. Grade ich bin ja durch mein Stipendium wirklich hauptsächlich zum studieren dort und nicht zum Party machen und werde dabei auch so gut wie möglich unterstüzt. Untereinander werden dann Kochuniformen und Messersets (wird bei uns für die Uni benötigt) getauscht und füreinander mitgekocht. Ich versteh mich mit den Jungs wirklich gut und alle Sorgen vom Anfang waren absolut unbegründet. Letzten Endes geht jeder in sein eigenes Zimmer und durch die Größe der Villa hocken wir auch nicht alle aufeinander sondern haben genügend Rückzugsorte. Ob nun das eigene Zimmer, der Fitnessbereich im Keller, eine der Terassen oder der großzügige Garten – jeder entscheidet selber wo und wie er seine Zeit verbringt. So ganz wie zu Hause fühle ich mich zwar noch nicht aber ich bin mir sicher, wenn wir erst die ersten Grillpartys im Garten geben, wird sich das auch noch ändern.

You May Also Like

5 comments

Reply

Ein schöner Post! 🙂
Ich bin damals auch erst mal in eine WG gezogen.

Ich wünsche dir einen wundervollen Abend <3
Liebst, Sarah von Belle Mélange

Reply

Wirklich tolle Tipps 🙂
Lieben Gruß

Reply

Oh die Villa hört sich ja toll an!
Bei mir war das so ziemlich das Gegenteil wie bei dir, ich wäre am liebsten schon mit 14 ausgezogen und auch sofort alleine. Ich bin glaube ich nicht wirklich der Typ für eine WG auch wenn ich später für mein Studium whs mal in eine ziehen muss, zurzeit bin ich wirklich froh um meine 4.5 Zimmer in denen ich machen kann was ich will ohne das mir jemand reinredet.

Liebe Grüsse

Faye

Reply

Ein paar wirklich schöne Tipps.
So eine große WG klingt wirklich spannend. Ich bin ja mal gespannt wie das wird, wenn ich wieder umziehen darf … 😉 Von "Zuhause" bin ich zwar schon lange weg, aber bald steht das Studium an … Na mal schauen.
Ich wünsche dir weiterhin alles gute!

Liebst
Justine
http://www.justinewynnegacy.de/

Reply

Toller Beitrag! Das Abschied nehmen fiel und fällt mir jedes mal am schwersten 😀 <3

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *